FREIE WÄHLER fordern: Massentierhaltungsprojekte überdenken

FREIE WÄHLER Sachsen-Anhalt fordern angesichts des neuerlichen Futtermittelskandals einen sofortigen generellen Planungsstopp für neue Massentierhaltungs-Produktionsanlagen.

Der neue Dioxin-Skandal in der Futtermittelproduktion für Massentierhaltungsbetriebe bestätigt alle Vorbehalte gegen die Massentierhaltung. Offenbar verleiten der Preisdruck, der vom Handel auf die Erzeuger ausgeübt wird, sowie die Gewinnchancen, die sich in riskanten Qualitätsverschlechterungen bei den eingesetzten Futtermitteln immer wieder auftun, schwarze Schafe unter den Produzenten zu ihrem kriminellen Tun.

„Lebensmittel wie Fleisch und Eier und werden immer billiger angeboten, die Kehrseite aber will niemand sehen“, erklärt Mario Rudolf, Landesvorsitzender der FREIEN WÄHLER Sachsen-Anhalt: „Das Erschrecken über immer wiederkehrende Skandale ist jedes Mal groß. Der Ruf nach verschärften Kontrollen wird – durchaus zurecht – laut. Doch an die eigentlichen Ursachen der Missstände geht man nicht heran.“ Rudolf sieht sie in der Massentierhaltung, im industriellen Produzieren um jeden Preis und ohne Rücksicht auf mögliche Folgeschäden für Mensch und Tier. Die oft erbärmlichen Lebensbedingungen der Massenmasttiere, die Rückstände der eingesetzten Pharmaka oder Hormone im Fleisch, die Belastungen der Umwelt durch die Ausscheidungen und nicht zuletzt die oft unzumutbaren Belästigungen der Anwohner durch solche Anlagen, sprächen überdies gegen Massentierhaltungen. Und dennoch werden gerade in Sachsen-Anhalt immer wieder neue Massentier-Produktionsanlagen und Standorte geplant, wie derzeit direkt vor den Toren von Zerbst/Anhalt und Mücheln im Saalkreis.

Die FREIEN WÄHLER wollen sich jetzt zusammen mit den Anwohnern gegen neue Großanlagen in Sachsen-Anhalt zur Wehr setzen. Mario Rudolf: „Wir sind beileibe nicht gegen eine moderne Landwirtschaft, die auf wissenschaftliche und technische Unterstützung setzt. Wir sind keine Ökodogmatiker, aber wir wollen artgerechte Tierhaltung, Landschaftsschutz, gesunde Lebensmittel, Rückstandsfreiheit, keine dauerhaften Geruchsbelästigungen in unseren Wohngebieten und keine ständigen Skandale.“ Deshalb verlangen die FREIEN WÄHLER als erstes einen sofortigen Planungsstopp neuer Anlagen im Land. Die Pläne müssten generell überdacht werden und Tierproduktionsbetriebe auf ein allgemein und für alle – Mensch, Tier und Umwelt – verträgliches Maß reduziert werden. In Zerbst wollen die FREIEN WÄHLER dabei zuerst aktiv werden, kündigt Mario Rudolf an.

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