Kämpfer Marks im Wahlkampf

Kämpfer fordert Bürokratie-Abbau

Michael Marks

ORANIENBAUM. Michael Marks wird von seinen Mitstreitern als Kämpfer bezeichnet. Und das sollen in der kommenden Woche vor allem potentielle Nichtwähler zu spüren bekommen. “Ich will Stimmen der politisch Verdrossenen zurück gewinnen”, sagt der Chef der Freien Wähler in Oranienbaum, der sich als Alternative zu den etablierten Vertretern der Volksparteien sieht. “Die Leute sollen erkennen, dass es etwas Neues gibt”, so Marks, der in den nächsten Tagen verstärkt Menschen ansprechen will, die “nicht zufrieden sind und die sich politisch nicht vertreten sehen”. Ob das gelingt, wird sich beim Urnengang am 20. März zeigen. Er sei Außenseiter, räumt der 39-Jährige ein und sieht “zwei Berufspolitiker” – gemeint sind die Minister Reiner Haseloff (CDU) und Holger Hövelmann (SPD) – als Favoriten im Wettstreit um das Direktmandat an.

Allerdings wähnt der Unternehmer auch Pluspunkte auf seiner Seite. “Wir haben das Ohr am Volk”, erklärt der Mann seine Definition von mehr Bürgernähe. Und ändern möchte der Mann auf Listenplatz 21 gleich einiges. Er fordert “eine neue Landespolitik frei von den Wahlversprechen überbesoldeter Politiker” und neue Strukturen. “Eine Ebene kann eingespart werden”, so der Barockstädter, der dabei “die Auflösung der Landkreise” im Blick hat. Fast 30 Prozent Kreisumlage, sagt Marks als Stadtrat, sei für die Kommunen nicht mehr zu stemmen. “Das System ist zu teuer”, meint er und hält auch die “gravierende Senkung der Abgeordneten-Entschädigungen” sowie den Abbau “von überflüssiger Bürokratie und Überverwaltung” für möglich.

Freilich ging es dem Landesparlament auch bei der Gebietsreform mit der Einführung der Einheitsgemeinde um Einsparungen. “Das Ziel ist verfehlt”, kommentiert Marks und nennt als Beispiel eben Oranienbaum-Wörlitz. “Wäre die neue Stadt ein Unternehmen, wäre sie pleite”, sagt der selbständige Handwerksmeister im Bereich regenerativer Haustechnik und Ausbau.

Seit 2005 trägt er in dem 1987 gegründeten Familienunternehmen die Verantwortung, in der städtischen Politik spielt der Firmenchef seit 1994 mit dem Einzug als Parteiloser auf der CDU-Liste in den Stadtrat eine wichtige Rolle. Er wird Chef des Bauausschusses und Mitglied der Union. Den Christdemokraten kehrt er 2007 aus innerparteilichen Gründen den Rücken und baut in der Barockstadt mit Gleichgesinnten die Freien Wähler auf. Mit Kampfgeist gelingt ihm der Wiedereinzug in die Volksvertretung.

Zu seinen größten kommunalpolitischen Erfolgen zählt der zweifache Familienvater die Senkung der Kita-Gebühren. Jetzt will der Mann, der gern kocht, für die richtige Würze in der Landespolitik sorgen.

Mitteldeutsche Zeitung vom 11.03.2011

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