Frank Bornschein

Dem Willen der Bürger Gehör verschaffen

VON GERD STÖCKEL, 04.03.11, 21:20h, aktualisiert 04.03.11, 21:36h
Frank Bornschein
REINSDORF/MZ. Die Politik sollte mehr auf die Bürger hören. Das findet Frank Bornschein (51). Der frühere Reinsdorfer Bürgermeister, der beruflich als Versicherungsfachmann tätig ist und seinen Ort nach der Zwangseingemeindung nach Nebra nun im dortigen Rat vertritt, kandidiert zur Landtagswahl für die Freien Wähler Sachsen Anhalts. Bornschein hofft, dass die Freien Wähler, zu deren Gründungsmitgliedern er gehört, mit zwei bis drei Abgeordneten in den Landtag einziehen. Dass er selbst kaum dazugehören wird, ist ihm bewusst. Die Gemeindereform hat nach Bornscheins Empfinden einen enormen Verlust an Bürgernähe gebracht.

Die neuen Strukturen trügen nicht dazu bei, das Interesse der Bürger am Gemeinwesen zu stärken. So sei eines der Anliegen, das er mit seiner Kandidatur verfolgt, die Wähler zu ermuntern, zur Urne zu gehen. Man müsse den Bürger in wichtigen Dingen direkt fragen, findet Bornschein.

Volksentscheide seien wichtig. Als Beleg dafür, dass Politiker im Großen wie im Kleinen den Bürgerwillen ignorieren, dient Bornschein nicht zuletzt der langjährige Streit um eine Schweinemastanlage in Reinsdorf. Die wird von vielen im Dorf abgelehnt. Die Reinsdorfer Bürgerinitiative, die gegen das Vorhaben kämpft, finde im Gegensatz zum Investor Gehör weder in der Kommunal- noch in der Landespolitik.

Die Erhaltung von Schulen und Kindertagesstätten im ländlichen Raum und eine bessere Finanzausstattung der Kommunen gehören gleichfalls zu den Zielen, für die Bornschein eintritt. Einsparungsmöglichkeiten sieht Bornschein allerdings auch: So wie auf kommunaler Ebene könne ein Landtagsabgeordneter seine Tätigkeit ehrenamtlich ausüben, findet er.

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